Wir machen eine kleine Pause. Alles Gute für das neue Jahr! Die nächste Ausgabe erscheint am 6.1.
EU-Intergration

Warum die EU nicht demokratisierbar ist

| 4. Dezember 2019
www.istock.com/Motortion

Die Größe eines Landes ist zumindest ein entscheidender Faktor, wenn es um die Verwirklichung demokratischer und sozialer Bürgerrechte geht. Zumindest momentan ist nicht absehbar, wie dieser Wirkungszusammenhang gerade im Rahmen der Europäischen Union durchbrochen werden kann.

Negative statt positive Integration

Die Europäische Union ist durch ein strukturelles Ungleichgewicht gekennzeichnet: hier die wirkmächtige liberale Politik des Abbaus von „Wettbewerbsverzerrungen“, dort eine weitgehend ohnmächtige Politik der Zähmung kapitalistischer Profitinteressen. Die durch die Kommission und den Europäischen Gerichtshof betriebenen Maßnahmen einer „negativen Integration“ (Fritz Scharpf), haben dabei einen wirtschaftspolitischen Rahmen erzeugt, der den gewählten Vertretern auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene kaum noch Spielraum für die Verfolgung einer eigenständigen Agenda lässt – etwa hinsichtlich der Subventionierung einheimischer Industrien oder der Bevorzugung lokaler Anbieter bei öffentlichen Ausschreibungen.

Hinzu kommt die sehr integrationsfreundliche Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs, durch die immer mehr Politikfelder der nationalstaatlichen Gesetzgebung, aber auch dem Verwaltungshandeln entzogen wurden.[1] Eine positive Integrationspolitik hingegen, etwa im Bereich des Sozialen, ist aufgrund der hierfür erforderlichen Einstimmigkeit im Europäischen Rat lediglich marginal ausgebildet. Gleiches gilt für eine europaweite einheitliche Steuerpolitik oder eine wirksame Bekämpfung von Steuerschlupflöchern.

[...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP analysiert wirtschaftspolitische Themen aus einer postkeynesianischen Perspektive und ist damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkens aus.

Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Brauchen Sie auch frische Luft? Dann folgen Sie einfach dem Button. Alle Abonnements beginnen unverbindlich und sofort kündbar mit einer zweiwöchigen Testphase.

ABONNIEREN SIE MAKROSKOP
Schon Abonnent? Dann hier einloggen!