Wie viel “C“ steckt noch in der CDU?
Die Osterbotschaft des Papstes war ein diplomatisch verpackter, in Teilen jedoch direkter Appell an die deutsche Politik. Ob sich eine „christliche“ Partei davon beeindrucken lässt?
Papst Franziskus wurde in der Osterzeit mal wieder politisch. Wie so oft. Seine Botschaft stand ganz im Zeichen von Corona, Krieg und Armut. Auch wenn es insgesamt richtig und wichtig ist, dass eine Trennung von Staat und Kirche besteht, so ist es ebenso wichtig und richtig, dass die religiösen Institutionen, auf die sich Politiker und politische Parteien (namentlich) berufen, gesellschaftliche und politische Missstände anprangern.
Christentum und Politik
Selbstverständlich geht es dabei nicht darum, extremistische Interpretationen zu propagieren. Wenn es jedoch um grundsätzliche Wertvorstellungen und Menschenrechte geht, die übrigens problemlos mit einer modernen, nicht-positivistischen Interpretation (in unserem Fall) der Bibel vereinbar, ja sogar komplementär sind, dann ist die Kirche in der Verantwortung, öffentlich den Finger in die Wunde zu legen. Wie glaubhaft die Institution trotz all ihrer Skandale im Laufe der Geschichte sein kann, steht auf einem anderen Blatt, denn ein Blick in die Parlamente Europas sowie die Fraktion der Europäischen Volkspartei im europäischen Parlament reicht, um zu sehen, wie viele „christlich“-konservative Parteien dort sitzen und entsprechend an der Macht sind. In Deutschland haben wir mit CDU/CSU die mächtigste Partei im Land, deren Name ebenfalls suggeriert, dass die Partei irgendwas mit dem Christentum zu tun zu haben könnte.
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